Trierischer
Volksfreund
19.03.2004
Trier übt für Koblenz
LGS trifft Buga in Berlin - Interesse an Trier-Events von Norwegen bis Ägypten
BERLIN. "Die Trierer üben schon mal für uns mit": Der Koblenzer OB Eberhard Schulte-Wissermann zeigte sich sehr angetan vom Auftritt der Landesgartenschau 2004 bei der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin. Koblenz richtet 2011 die Bundesgartenschau aus.
Die engen Verbindungen zwischen Trier und Koblenz werden demnächst garantiert noch intensiver. Die Römerstädte verbindet nicht nur die Mosel, sondern auch die Gunst publikumswirksamer Großprojekte: Deutschlands älteste Stadt richtet in diesem Jahr die zweite Auflage der rheinland-pfälzischen Gartenschau (LGS) aus, am Zusammenfluss von Rhein und Mosel steigt sieben Jahre später die Bundesgartenschau (Buga). "Da werden wir intensiv darauf schauen, wie die Trierer das machen", kündigte der Koblenzer OB Eberhard Schulte-Wissermann bei seinem ITB-Besuch an.
Sechs Gartenschauen in diesem Jahr
Zwecks Anschauungsunterricht stattete der 61-jährige SPD-Politiker dem Stand von Mosellandtouristik und LGS einen Besuch ab und verteilte nach einem Meinungsaustausch mit LGS-Marketing-Chef schon einmal Lob vorab: "Ich bin sicher, die Trierer werden die große Herausforderung mit Bravour meistern und das Projekt gut hinbekommen."
Im Vorfeld der nächsten Buga anno 2005 in München gibt es in diesem Jahr sechs Gartenschauen in deutschen Landen: in Burghausen (Bayern), Nordhausen (Thüringen), Zeitz (Sachsen-Anhalt), Wolfsburg (Niedersachsen), Kehl/Straßburg (Baden-Württemberg) - und die auf dem Trierer Petrisberg. Wolfgang Rommel zeigte sich nach dem Besuch der jeweiligen Präsentationen bei der ITB sehr selbstbewusst: "Unsere LGS wird eine ganz besondere und die beste sein." Trier setze mit der Ausrichtung als "Kultur-Gartenschau und mit dem "Zauber der Elemente" auf eher Unkonventionelles und biete Highlights in Hülle und Fülle - "Das hat so kein anderer zu bieten", sagte Rommel.
Auch die Koblenzer arbeiten laut Schulte-Wissermann "an neuen Wegen und zündenden Ideen" an der ersten Buga in Rheinland-Pfalz. Außer dem Zentrum am Deutschen Eck soll es drei weitere Bereiche geben: die Altstadt mit Ufer und Schloss sowie die Kasernen- und Bahn-Brachen hinter der Festung Ehrenbreitstein und in Lützel.
Die bundesweite Werbung für die Trierer Gartenschau zeigte auch auf der ITB Publikumswirkung. "Viele Leute kommen ganz gezielt zu uns und wollen mehr wissen", berichtet LGS-Mitarbeiterin Sandra Wenz. Ein Ergebnis der ITB-Werbeaktivitäten von Wolfgang Rommel: "Der Verein der norwegischen Gartenbaujournalisten will unsere Gartenschau besuchen. Das werden voraussichtlich 60 Teilnehmer sein, die via Flughafen Hahn zu uns kommen."
Die große Schau auf dem Petrisberg war auch Thema des Gesprächs, das Triers Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch und Hans-Albert Becker, Chef der Tourist-Information Trier (TIT), auf dem ITB-Stand des Großherzogtums Luxemburg führten. Michel Theisen, Direktor der luxemburgischen Mosel-Touristik, bot an, das Passagierschiff Princesse Marie Astrid ab 2. Juni jeden Mittwoch gezielt als LGS-Zubringer einzusetzen. "Ich halte die Gartenschau für eine großartige Sache und möchte gerne einen Beitrag dazu leisten", erklärte Theisen. Geklärt werden muss allerdings der Transfer der jeweils bis zu 200 Schiffs-Passagiere von Zurlauben zum Petrisberg und - was aus betrieblichen Gründen nicht mit der "Marie Astrid" möglich ist - abends zurück nach Luxemburg.
Neben der LGS spielten die Trierer noch mehrere Trumpfkarten in Berlin. TIT-Mitarbeiter Christian Millen rührte in Sachen Tagungstourismus die Werbetrommel, Kollegin Patricia Ellendt bewarb insbesondere den Bereich Kultur- und Städtereisen und schob Dienst am Stand der "Unesco Welterbe-Stätten Deutschland". Das Engagement lohnt sich. Für Events wie "Brot & Spiele" (2004 vom 13. bis 15. August) interessiert sich nun gar ein ägyptischer Reiseveranstalter.