

Pressemitteilung 36/2004 | 15.04.2003
Die Elemente geben den Ton an: Klangobjekte auf der Landesgartenschau laden zum Spielen und Staunen ein
„Im Zauber der Elemente“ – der Slogan der Landesgartenschau Trier 2004 – soll für die Besucher zwischen dem 22. April und dem 24. Oktober 2004 auch ein Genuss für die Ohren werden. Ein faszinierendes Kunstkonzept haben sich die Trierer Künstler Bernd Bleffert, Herbert Hofer und Thomas Rath für vier Klangobjekte auf dem Petrisberg ausgedacht. Die vier Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde werden dabei maßgenau eingesetzt, so dass ganz eigene und unnachahmliche Klänge entstehen. Drei der vier Objekte – eine Tropfinstallation, ein Erdklangobjekt und drei Luftharfen – erklingen während der gesamten LGS-Zeit und laden die Zuschauerinnen und Zuschauer teilweise auch zum aktiven Mitspielen ein. Das vierte Objekt – eine Feuerorgel – wird nur während des Feuerblocks (16. Juli – 26. August) zu erleben sein und soll von den Künstlern selber gespielt werden. Der Begriff der „Konversion“, das flächendeckende Schlagwort für die Umgestaltung des Petrisbergs, wurde bei den Klangobjekten wörtlich genommen: Sowohl das Wasser- als auch das Erdobjekt nutzen vorhandene unterirdische Räume aus der Militärzeit und überführen sie in eine kreative und phantasievolle neue Nutzung. „Der Zauber der Elemente kommt hier richtig zur Geltung“, sagt Roman Schleimer, Geschäftsführer der Landesgartenschau Trier 2004 GmbH. „Die Besucher werden staunen, was die Künstler Bleffert, Hofer und Rath hier aufgebaut haben.“
Die drei Luftharfen befinden sich auf der sogenannten „Bastion“, einer Aussichtsterrasse an der Sickingenstraße am Wasserturm. Die Stahlmasten der Harfen sind zirka acht Meter hoch und in ihrem oberen Bereich vieleckig von Saitengruppen verschiedener Länge und Spannung besetzt. Diese werden durch den Wind in Schwingung versetzt. Je nach Windrichtung und -stärke entsteht ein verschiedenartiges, sich aus den einzelnen Obertonreihen erstellendes Klangflirren. Bei Flaute allerdings können die Besucherinnen und Besucher nur mit einem Ohr direkt am Mast die Klänge wahrnehmen.
Nur wenige Meter von den Luftharfen entfernt, auf der anderen Seite des Wasserturms, stoßen die LGS-Gäste auf eine faszinierende Tropfinstallation. Im Inneren eines umgenutzten ehemaligen Bunkerraumes entsteht durch sensibel gesteuerte Dosierung und Moderierung ein leises, intensives Konzert der Tropfen, welches von außen durch Rohre hörbar ist. Der Klang wird durch den Aufschlag von Wasser auf Wasser erzeugt, die Klangwirkung erscheint als klingender Tropfenwald.
Bei der Feuerorgel werden senkrecht in die Erde eingelassene Metallrohre, die in zwei Halbkreisen angeordnet sind, mittels Gasflammen durch seitliche Öffnungen zum Klingen gebracht. Es entsteht eine röhrende, gewitterartige, in ihrer Wirkung archaische, jedoch vielgestaltige Klangwirkung. Im Ruhezustand erfüllen die Röhren die Funktion von Hörrohren.
Der Erdklang ist für aktive Besucherinnen und Besucher mit Sinn für Spaß am Spiel prädestiniert: Im Inneren eines umgenutzten unterirdischen Spitzbogengewölbes sind Klanggeneratoren in Form überlanger Saiten installiert. Die Teilnehmer treten in einen Erdkegel ein, tauchen die Fingerspitzen in Kollophonium und können dann die Saiten mit den Fingern streichen. Innerhalb des Kegels werden die sehr tiefen Töne sowie deren Spektralskala hörbar.
Schleimer ist von den faszinierenden Klangspielen begeistert: „Alle Objekte sind absolute Highlights im Kunstprogramm der Kulturgartenschau: Die drei Künstler haben physikalische Phänomene virtuos hör- und erlebbar gemacht und gleichzeitig einen Bogen von der Akustik zur Ästhetik geschlagen.“