11/2004
13.02.2004
Ein Traum wird Wirklichkeit: Auf dem Gelände der
Landesgartenschau entsteht ein professioneller Skatepark
In genau 69 Tagen wird auf dem Trierer Petrisberg die zweite rheinland-pfälzische Landesgartenschau ihre Tore öffnen. Auf diesen Tag darf sich eine Gruppe jetzt ganz besonders freuen: die Trierer Skaterszene. Denn jetzt steht es endgültig fest. Im sogenannten Sattelpark auf dem Landesgartenschaugelände entsteht nicht nur eine bedarfsgerechte Skateranlage, sondern ein professioneller Skatepark. Dementsprechend groß ist die Begeisterung bei den Trierer Skatern. „Wir möchten uns beim ganzen Landesgartenschauteam, insbesondere bei Klaus Scherer und Wolfgang Rommel, bedanken“, sagt Axel Reichertz, der Sprecher der Trierer Szene. „Die LGS-Verantwortlichen haben sich mit aller Kraft für den Bau der Anlage eingesetzt und dabei ein unglaubliches Durchhaltevermögen bewiesen. Wir Skater müssen nicht mehr irgendwo hinfahren um Skate-Profis zu bestaunen. Die Profis werden jetzt zu uns nach Trier kommen!“, jubelt Reichertz.
Noch vor drei Monaten hatte es nicht danach ausgesehen, als könne der Traum der jungen Leute in Erfüllung gehen. Denn zum einen gab es Abstimmungsprobleme zwischen den Skatern und der Landesgartenschau GmbH, zum anderen war die Finanzierung nicht gesichert. Anfang des Jahres unternahmen die LGS-Verantwortlichen einen allerletzten Vorstoß. „Wir haben alle Beteiligten an einen Tisch geholt, dazu einen neutralen Experten, der die ganze Situation völlig unvoreingenommen bewertet hat“, schildert Wolfgang Rommel von der LGS GmbH die Ausgangslage. „Nachdem rasch Einigkeit darüber erzielt war, dass nur eine professionelle Anlage Sinn macht, haben wir uns auf die Suche nach Sponsoren gemacht, die mithelfen sollen, die 160.000 Euro teure Anlage zu finanzieren.“
Der entscheidende Durchbruch gelang der LGS dank der Mithilfe von Wolfgang Hansen. Der Geschäftsführer der Firma GKN Driveline in Trier war von dem Projekt begeistert. GKN ist mit rund 570 Beschäftigten einer der größten und modernsten Umformbetriebe Deutschlands und ab sofort auch Hauptsponsor des ersten professionellen Skateparks in Rheinland-Pfalz.
„Unter dem ‚Slogan Tradition verpflichtet - Innovationskraft entscheidet’ hat GKN Driveline Trier während der letzten Jahrzehnte einen erfolgreichen Weg beschritten“, erläutert Hansen. Darüber hinaus gebe es seit vielen Jahren ein soziales Engagement über den Arbeitsalltag hinaus. So sei es auch nicht verwunderlich für ein Unternehmen, das seit vier Jahrzehnten der Region verbunden ist, sich an einem Projekt für Jugendliche bei der Landesgartenschau zu beteiligen. Denn im Hause Driveline sieht man die Zielgruppe der zwölf- bis 16-Jährigen in dem Projekt besonders angesprochen. Neben der Firma GKN, die sich mit einem fünfstelligen Eurobetrag an dem Bau der Anlage beteiligt, ist es der LGS gelungen, zahlreiche weitere Firmen und Planungsbüros von dem Projekt zu überzeugen. „Ohne deren Hilfe wäre es niemals möglich gewesen, die Anlage zu finanzieren“, unterstreicht Matthias Schmauder, einer der beiden LGS-Geschäftsführer. „Wir bedanken uns dafür recht herzlich.“
Auch für die Planung bedient sich die LGS eines Profis. Erwin Rechsteiner, der Inhaber der Fachfirma Bowl-Constructions aus Trägerwillen in der Schweiz, gilt in Sachen Skateparks als erste Adresse in ganz Europa. Axel Reichertz, der den Kontakt zu Rechsteiner herstellte, ist begeistert: „Der Sattelpark bietet einen idealen Standort für die erste Skateanlage in Trier. Einmalig in unserem Bundesland ist diese Anlage nach amerikanischem Vorbild gemeinsam mit den Skatern aus der Region geplant worden“, so Reichertz. Die multifunktionale Fläche biete Herausforderungen für Skateboarder, Inline-Skater und BMX-Radfahrer und berücksichtige das breite Bedürfnis aller Rollsportbegeisterten. Rechsteiner, der bereits rund zehn solcher Anlagen verwirklicht hat, ist selbst Skateboarder und hat sein Hobby zum Beruf gemacht.
Für die technische Abteilung der Landesgartenschau GmbH stellt der Bau der Anlage nach den Worten des technischen Ausstellungsleiters Klaus Scherer eine Riesen-Herausforderung dar. „Hätten wir die Gesamtmaßnahme, was die Bauzeiten betrifft, nicht voll im Griff“, sagt Scherer, „könnten wir uns einen solchen Husarenritt nicht mehr leisten.“ Anfang März wird mit dem Bau der Anlage begonnen. Wenige Tage vor der Eröffnung soll der Skatepark fertiggestellt sein. „Da darf“, so Scherer, „natürlich nichts mehr dazwischen kommen“. Auch für Jan Eitel, den Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Petrisberg GmbH, ist der Skatepark ein wichtiges Vermarktungsargument. Er macht nach Aussage Eitels das Wohngebiet noch attraktiver.
Denn der Sattelpark bietet jetzt Freizeitmöglichkeiten für alle Altersgruppen. Von der Spielanlage für das Kleinkind bis hin zum Sportplatz, auf dem die „Alten Herren“ ihr Fußballspiel austragen können, ist alles vorhanden.
Der Skatepark wird im Gegensatz zu anderen Anlagen komplett in Beton modelliert. „Wir werden mit Firmen aus der Region arbeiten und leisten damit natürlich auch einen erheblichen Beitrag zur Wirtschaftsförderung“, sagt Erwin Rechsteiner, der glaubt, dass der Skatepark ein „Highlight“ für die gesamte Großregion werden wird. Auf der „vielseitigen, kompakten Anlage, die sowohl Anfänger als auch Profis anspricht“, sind schon während der Gartenschau verschiedene Veranstaltungen geplant, aber auch nach der LGS wird der gesamte Sattelpark nach Meinung Rechsteiners noch lange Zeit eine Bereicherung für den Jugendtourismus bleiben.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen an
Wolfgang Rommel (rommel@lgs-trier-2004.de)