03/2004
16.01.2004
Geschichte intensiv erleben:
Landesgartenschau Trier verspricht spannende Reise zu Römern und Napoleon
Eine faszinierende Zeitreise auf dem Petrisberg steht den Besuchern der Landesgartenschau Trier 2004 bevor. In einer speziellen Ausstellung im Promenadenpark wird in 13 verschiedenen Sälen die Geschichte des Petrisbergs unterhaltsam und informativ dokumentiert. Allerdings besteht die Schau „Der Petrisberg – Triers Ursprung und Zukunft“, die zwischen dem 22. April und dem 24. Oktober täglich gezeigt wird, nicht nur aus Objekten zum Ansehen. „Wir möchten die Geschichte für die Besucher erlebbar machen“, kündigt Roman Schleimer, einer der beiden LGS-Geschäftsführer, an. „Unter anderem wird es für die Besucher die Möglichkeit geben, zusammen mit Archäologen Grabungen auf dem Gelände zu unternehmen.“
Die Idee, die Besucher selbst graben zu lassen, entstand vor knapp einem Jahr. Bei Bauarbeiten im Promenadenpark fanden Archäologen Gebäudereste eines römischen Heerlagers, das nach den Forschungen von Historikern im Jahr 30 vor Christus gebaut wurde. Es waren die ältesten römischen Gebäudereste, die in Trier je ans Tageslicht befördert wurden. Durch die Funde kamen Planer und Bauarbeiter mit ihrem Vorhaben nicht so zügig voran, wie zunächst geplant. Für die Organisatoren im Veranstaltungsbereich ergaben sich allerdings neue Möglichkeiten: „Ein Grundstück bleibt bis zur offiziellen Eröffnung unberührt, damit unsere Gäste in die Rolle des Altertums-Forschers schlüpfen können“, erklärt Schleimer. Ein Archäologen-Team wird nach seinen Worten den Interessenten zur Seite stehen.
Neben den Ausgrabungen hat das Themenfeld Archäologie noch mehr zu bieten. Unter anderem wird die Römerzeit auf dem Areal der Landesgartenschau mit Originalfunden dokumentiert. Video-Vorführungen für die jungen Besucher erklären das Leben auf dem Petrisberg vor der Stadtgründung Triers und auch das sogenannte Franzensknüppchen, ein keltischer Grabhügel, wird eine Rolle spielen. An diesem Ort soll sich das Grab des legendären Stadtgründers Trebata befinden.
Das zweite von insgesamt drei Themenfeldern ist die Geschichte des Berges im ersten und zweiten Jahrtausend. Im Mittelpunkt stehen weltberühmte Persönlichkeiten, die auf dem Petrisberg ihre Spuren hinterlassen haben. Raubritter Franz von Sickingen, Johann Wolfgang von Goethe, Napoleon und Jean-Paul Sartre spielen eine wichtige Rolle. Die Weinlage, der angebliche Hexentanzplatz, die Erschließung im 19. und 20. Jahrhundert und Trier als die größte französische Garnisonstadt außerhalb Frankreichs vervollständigen die Galerie.
Das dritte Themenfeld: Der Petrisberg heute und morgen. Mittels Computer-Simulationen können alle Interessenten das neue Stadtquartier im Jahr 2011 sehen und bewundern. „Nach der Landesgartenschau wird der Petrisberg nochmals sein Gesicht ändern. Auch dies möchten wir gern in unserer Ausstellung dokumentieren“, sagt Schleimer. Außerdem sorgen Dia-Shows, Klang- und Objektinstallationen sowie die Vortragsreihe „Zeitenspiegel im Spiegelzelt“ an jedem ersten Sonntag des Monats für noch mehr Abwechslung.
„Die Landesgartenschau soll ein Event für die ganze Familie werden“, betont Schleimer. „Daher haben wir ein Projekt entworfen, das für Jung und Alt spannend sein wird.“ Experten und Laien werden gleichermaßen angesprochen und auch die ganz jungen Besucher werden nicht vergessen. „Natürlich wird es auch für Schulklassen möglich sein, die Geschichte auf dem Petrisberg hautnah zu erleben. Die original Fundstücke werden dazu beitragen, die Unterrichtsstunde interessanter zu machen.“ Der Besuch in der abwechslungsreichen Galerie auf dem Petrisberg ist quasi kostenlos. Der Preis für die Zeitreise ist bereits im Eintritt zur Landesgartenschau enthalten.
„Der Petrisberg - Triers Ursprung und Geschichte“ wird von vielen LGS-Partnern in die Praxis umgesetzt. Das Rheinische Landesmuseum Trier, die Stadtbibliothek Trier, das Städtische Museum Simeonstift, das Bildungszentrum Trier, die Universität Trier, der wissenschaftliche Beirat werden mit vielen weiteren Personen und Institutionen die interaktive Schau realisieren.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen an
Wolfgang Rommel (rommel@lgs-trier-2004.de)