

Pressemitteilung 51/2003 | 17.07.2003
Kreative Kinder spielten Chefplaner für
den Waldspielplatz auf dem Petrisberg
Carmen Alminger ist ein kreatives Mädchen. Die Sieben-Jährige vom Trimmelter Hof schlüpfte am Mittwoch bei einem Ideenwettbewerb der mobilen spielaktion e.V. in die Rolle einer Chefplanerin für den Waldspielplatz auf dem Trierer Petrisberg und überraschte mit einem Vorschlag für die Zukunft: Einer bunten Insel. Mit roten Holzstäbchen und Sektkorken bastelte sie auf dem zukünftigen Gelände der Landesgartenschau Trier 2004 ein Klettergerüst im Mini-Format, das in Wirklichkeit knapp zwei Meter hoch sein sollte. „Da kann jeder draufklettern und wieder runterspringen“, erklärte sie. Damit zeigte sie sich genauso innovativ wie drei andere Mädchen, die mit einem Naschbaum auftrumpften – und zwar nicht mit Gummibärchen oder andere Süßigkeiten, sondern mit Him- und Brombeeren. Also mit lauter gesunden Früchten.
Ob ein ähnlicher Entwurf als Attraktion bei der Landesgartenschau und im späteren Wohnviertel Petrisberg verwirklicht werden kann, wird geprüft. Denn von den Konzepten, die insgesamt mehr als 35 Kinder am Dienstag und Mittwoch entwickelten, kommen die meistgenannten Spielgeräte in die engere Auswahl von LGS-Oberbauleiter Klaus Scherer: „Wir möchten die Wünsche der Kinder gern erfüllen.“ Der Experte hörte sich alle Ideen der Sieben- bis Zwölf-Jährigen andächtig an und notierte fleißig mit. Welche Projekte nun den Zuschlag für das 40 mal 60 Meter großen Spielareal erhalten werden, konnte er noch nicht verraten. „Die Ideen müssen umsetzbar sein, zudem geht Sicherheit vor“, sagte Scherer. Anfang August wird die endgültige Entscheidung fallen, wie der Waldspielplatz aussehen soll.
Für die Kinder war der Ausflug ein schöner Abschluss des Schuljahres. Unter anderem konnten sie mit Pappe, Filz, Ästen, Steinen, Styropor, Kleber, Wein- und Sektkorken ihre Wünsche zum Ausdruck bringen. Rutschbahnen standen bei den Kindern aus Neu-Kürenz, dem Trimmelter Hof, Olewig und der Stadtmitte ganz hoch im Kurs, aber auch Seilbahnen, Sandkästen und Hängematten waren beliebt. Scherers persönlicher Favorit ist allerdings ein Schlammloch. „Das halte ich für sehr wichtig, denn es ist mit einer Mutprobe verbunden, wenn die Kinder beispielsweise mit einer Seilbahn dieses Loch überqueren. Dazu muss das Wetter immer mitspielen.“ Außerdem bauten die jungen Gäste eine Waldhütte aus Ästen, Laub und Stämmen. „Die Kinder können damit ihrer Kreativität freien Lauf lassen und den Wald als Märchen- oder Indianerwald nutzen“, sagte Scherer.
Für Kerstin Schorer-Hach, Leiterin im Bereich Kinderbeteiligungsprojekte der mobilen Spielaktion e.V., war diese Aktion eine Fortsetzung einer Trierer Tradition. „Bereits zum neunten Mal sind es die Kinder, die einen Spielplatz selbst konzipieren.“ Der Kontakt zwischen der Pädagogin und dem LGS-Oberbauleiter besteht schon seit einigen Jahren. Da lag es auf der Hand, dass die Kids sich an den Planungen des Waldspielplatzes beteiligen durften. „Sie sind die Stellvertreter für die Kinder, die die LGS besuchen werden oder später am oder im neuen Wohnviertel Petrisberg zu Hause sind“, erklärte Scherer.
Etwas von der vorgegebenen Linie wich Christoph Reuter ab. Aus einem grün angestrichenen Sektkorken sollte eine Idee für die Erwachsenen entstehen. „Das ist ein Polster-Sitz“, sagte der Zehn-Jährige. „Damit die Eltern den Kindern beim Spielen zuschauen können.“
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