

Pressemitteilung 41/2002 | 22.11.2002
Umdenken erforderlich: Landesgartenschau GmbH reagiert auf archäologische
Befunde auf dem Petrisberg
Die ältesten datierbaren Hausgrundrisse des römischen Trier sind bei archäologischen
Grabungsarbeiten auf dem Gelände der zweiten rheinland-pfälzischen
Landesgartenschau auf dem Trierer Petrisberg zu Tage getreten. Der Direktor des
Rheinischen Landesmuseums Dr. Hans-Peter Kuhnen, bezeichnete die Ausgrabungen
als sensationelle Neufunde zu den Anfängen der mehr als 2000 Jahre alten
Trierer Stadtgeschichte. Die Archäologen gehen nach derzeitigem Stand der
Erkenntnisse davon aus, dass die gefundenen Spuren von einem militärischen
Feldlager aus der Zeit um 30 vor Christus stammen.
Die reichhaltigen archäologischen Befunde machen seitens der
Landesgartenschaugesellschaft ein Umdenken erforderlich. "Wir haben unsere
Planungen in Teilbereichen den Erfordernissen der Archäologie angepasst",
sagte LGS-Geschäftsführer Matthias Schmauder. Die LGS GmbH sowie
Grabungsleiter Hartwig Löhr vom Rheinischen Landesmuseum und dessen Mitarbeiter
hätten von Beginn an kooperativ und konstruktiv zusammengearbeitet, um zu einer
für alle Seiten vertretbaren Lösung zu kommen. Denn so Schmauder, man dürfe
natürlich nicht vergessen unter welch enormem Zeitdruck die
Landesgartenschaugesellschaft stehe.
Nachdem im Bereich des geplanten Rosenvergleiches äußerst bemerkenswerte Funde
zu Tage getreten waren, haben sich alle Beteiligten entschlossen, diese
Rosenpflanzung neu zu verorten. Während im Bereich der Fundstelle im Jahr 2004
eine archäologische Schaugrabung stattfinden soll, wird der Rosenvergleich
gegenüber der LGS-Geschäftsstelle im sogenannten Promenadenpark seinen neuen
Platz finden. Durch Aufschüttung von Oberboden sei zudem gewährleistet, dass
dieses Gelände auch noch nach der Landesgartenschau auf weitere Befunde hin
untersucht werden könne, betonte Schmauder.
Auf dieser Fläche, zwischen dem neu zu pflanzenden Maronenhain und der Geschäftsstelle,
waren bis dato mehrere temporäre Ausstellungsbeiträge vorgesehen, die
allerdings inhaltlich noch nicht abschießend gefüllt waren. "Aus diesem
Grund konnten wir da recht flexibel reagieren und schnell umplanen", sagte
Schmauder. Die beteiligten Firmen hätten bereits mit der Umsetzung der neuen
Planungen begonnen.
Die Sitzfläche für die Besucher, die inmitten des Rosenvergleichs geplant ist,
finde sich aus diesem Grund auch auf einer kleinen Anhöhe und nicht wie ursprünglich
geplant in einer Vertiefung wieder. Seinen Dank richtete Schmauder auch an die
Mitarbeiter der Architektengemeinschaft Ernst/Schwarz, die binnen kürzester
Frist reagiert und damit große Zeitverzögerungen vermieden hätten. "Alle
Beteiligten haben schnell gearbeitet, die Geschichte hat uns so lediglich um
etwa eine Woche zurückgeworfen", konstatierte Schmauder. Alle
Entscheidungen sind nach den Worten des LGS-Geschäftsführers rasch und
einstimmig getroffen worden.
Damit seien alle für die Landesgartenschau GmbH im weiteren Bauverlauf
wichtigen Flächen auf archäologische Befunde hin untersucht, so Schmauder
weiter. Mit langwierigen zeitlichen Verzögerungen sei nach aktuellem Stand der
Dinge nicht zu rechnen. Allerdings sind nach den Erkenntnissen der Experten noch
weitere Untersuchungen im Bereich des Promenadenparks und hinter der LGS-Geschäftsstelle
erforderlich. Schmauder hat allerdings keine Befürchtungen, dass es durch
eventuelle weitere Funde zu Verschiebungen im Zeitplan kommen könnte.
Nach Angaben der Planer laufen die Bauarbeiten, trotz des teilweise nassen
Herbstwetters auf Hochtouren. Noch vor Weihnachten wird die LGS GmbH mit der
Pflanzung des neuen Maronenhains beginnen. Ziel ist es noch vor dem
Jahreswechsel rund 50 Bäume zu pflanzen. Es sei wichtig, dass die ersten Bäume
so rasch wie möglich in die Erde kämen, dann hätte man nach den Worten
Schmauders alle wichtigen Ziele für 2002 erreicht.
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