Landschaftsarchitektonisches Konzept
Mit der Umnutzung des ehemals militärisch genutzten Geländes
zu Flächen für Erholung, Wohnen, Wissenschaft und Gewerbe wird
auch der Frei- und Landschaftsraum wesentlichen Korrekturen
unterzogen. Hierbei ist eine Synthese aus vorhandener Lagegunst
und den Ansprüchen aus dem künftigen vielfältigen
Nutzungsprofil zu finden. Nicht die Schau 2004 steht im
Vordergrund, sondern der Wohn- und Aufenthaltswert für die
nachfolgenden Jahrzehnte.
Basisvorgabe aus der aktuellen Gesetzgebung ist die weitgehende
Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser im Gelände
selbst, was zu Reliefveränderungen durch Auf- und Abtrag führt.
Zugleich soll das Element "Wasser" auch
landschaftsarchitektonisch ansprechend präsentiert werden. Dies
erfolgt primär in Form des dominanten Wasserbandes an der städtebaulichen
Schnittstelle zwischen Wissenschaftspark und künftigem
Wohngebiet. Die übrigen siedlungsveranlassten Retentionsmulden
kontrastieren in ihrer Formensprache zum angrenzenden
Natur-Raum.
Im Bereich des ehemaligen Kürenzer Sportplatzes werden die
anfallenden Bodenmassen genutzt, um den attraktiven Freiraum mit
Blick ins Tal von der zentralen Verkehrserschließung
abzukoppeln. Die aufgesetzte Erdskulptur mit dem Turm Luxemburg
soll dabei auch langfristig die Verbundenheit zur Nachbarstadt
unterstreichen, korrespondiert zudem mit Wasserturm und
Fernsehturm. Die vorgelagerten Flächen des Sportplatzes mit
Vereinsheim, zugeordneter Gastronomie und einem Biergarten
nutzen in Verbindung mit den vielfältigen Angeboten des
angrenzenden Spielgeländes die attraktive Lagegunst und werden
künftig wesentliche Gemeinschaftsfunktionen für die Bevölkerung
aus Trier und Umgebung wahrnehmen.
Für den Freiraumanspruch wichtig ist die Anbindung und Schonung
der vorhandenen ökologisch höherwertigen Flächen des
Brettenbachtals sowie die Entwicklungsperspektive für die heute
geschlossenen Waldflächen an der stadtseitigen Flanke des
Petrisberges. Über Sichtachsen wird der ökologische Wert erhöht
und zugleich eine wahrnehmbare Verbindung zur Talstadt
hergestellt, der historische Grabhügel des "Franzensknüppchens"
wieder erlebbar.
Erschlossen wird das gesamte Areal über das Rückgrat der
teilweise zurückzubauenden Pluwiger bzw. Sickinger Straße mit
einem in die Tiefe erschließenden Wegenetz, das
- unter Berücksichtigung der Topografie - weitgehend
barrierefrei nutzbar sein wird.
Auch abseits der angestrebten neuen Bebauungen werden
architektonische wie freiraumplanerische Akzente künftig den
Landschaftsraum prägen:
- das Wasserband als Aufenthaltsort
zwischen Wissenschaftspark und Wohnen
- die Taberna, ein "Fenster zur
Kulturlandschaft"
- der "Turm Luxemburg" als
Beitrag der Nachbarstadt
- ein Restaurant mit Biergarten als künftiger
Kommunikationspunkt
- das Forum als wetterfester
Veranstaltungsort für rd. 500 Zuschauer
- das "Objekt Stadtblick" in
der westlichen Waldschneise
- der Maronenhain als "Hain der
Worte" in Erinnerung an die Internierung von J.-P.
Sartre